Samstag, 18.30-20.00
Helferei, Kapelle
Format
Live-Podcast
Karte
Seelengarten
Worum es geht
Neben den fernen Städten und neuen Galaxien, die mir hier begegnen, bleibt ein Gefühl der Suche in mir. Worauf darf ich hoffen? Und ergibt meine Reise überhaupt Sinn?
«Uns ist eine Art von Bewusstsein aufgebürdet, das darauf besteht, dass unsere Existenz einen Sinn hat.» Kaum jemand würde dieser Aussage des Medienwissenschaftlers Neil Postman grundsätzlich widersprechen. Und damit ist die grosse Suche angesagt: Worin besteht der Sinn des Lebens, und wie lässt er sich finden?
Manuel Schmid spricht mit der Philosophin, Journalistin und Autorin Barbara Bleisch (SRF Sternstunde Philosophie) über die menschliche Sinnsuche – und die Frage, warum sie nie an ein Ende zu gelangen scheint. Ist es mit dem Lebenssinn ähnlich wie mit dem Glück: Wer zuviel darüber nachdenkt, verliert ihn wieder?
Host
Manuel Schmid
Teilnehmende
Barbara Bleisch und Manuel Schmid

Was wir über Gott und die Welt denken, hat nicht bei uns angefangen. Unsere weltanschaulichen und ethischen Überzeugungen stehen auf den Schultern großer Vordenker vergangener Jahrhunderte. Wir verdanken ihnen viel, dürfen ihre Vorgaben aber auch kritisch hinterfragen.
In diesem Podcast nehmen Manuel Schmid und Heinzpeter Hempelmann ihre Hörer:innen mit auf eine faszinierende Zeitreise zu den Wurzeln unseres Denkens. Immer wieder werfen sie auch einen spezifisch theologischen Blick auf einflussreiche philosophische Entwürfe. Dabei wird deutlich, wie präsent die Philosophiegeschichte auch im 21. Jahrhundert ist, und wie sehr sie heutige Diskussionen in Politik, Gesellschaft und Religion mitbestimmt.
«mindmaps» fordert dich heraus, mitzudenken, zu widersprechen und den eigenen Horizont zu erweitern!
Kann Edmund Husserl zeigen, dass wir der Wirklichkeit wirklich begegnen und nicht nur unseren eigenen Wahrnehmungen? Seine Phänomenologie setzt genau dort an: bei der Lebenswelt, bei der Erfahrung und bei der Hoffnung, zu den Sachen selbst vorzudringen.
Mindmaps kehrt in der philosophiegeschichtlichen Reihe zu einem Denker zurück, ohne den sich das Denken des 20. Jahrhunderts kaum verstehen lässt: Edmund Husserl. Manuel und Peter zeichnen nach, warum Husserl einerseits erstaunlich unbekannt geblieben ist und andererseits Spuren hinterlassen hat, die von Heidegger über Levinas bis zu Sprachtheorie, Soziologie und Habermas reichen.
Im Zentrum steht Husserls phänomenologische Methode. Was meint der berühmte Ruf «zu den Sachen selbst»? Das Gespräch zeigt, weshalb Husserl dem Neukantianismus, dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisideal und der klassischen Subjekt-Objekt-Spaltung misstraut. Erkenntnis, so seine Einsicht, entsteht nicht aus reiner Distanz. Wer die Welt erkennen will, ist immer schon in sie verwickelt.
Manuel und Peter arbeiten heraus, warum Husserl das Bewusstsein nicht als blossen Spiegel versteht, sondern als intentional auf Welt bezogen. Sie sprechen über das «Abschichten» von Vorannahmen, über die Hoffnung auf eine wirkliche Begegnung mit der Sache selbst und über die Überzeugung, dass sich Wirklichkeit nicht in Messdaten, Konstruktionen oder Perspektiven erschöpft. Gerade an Beispielen wie Kunst, Naturerfahrung und zwischenmenschlicher Begegnung wird deutlich, was Husserl gegen einen verengten Wissenschaftsbegriff stark machen will.
Zugleich bleibt die Folge nicht bei Sympathie stehen. Peter benennt präzise, wo Husserls Ansatz überzieht: Der Anspruch, am Ende zu einer sicheren «Wesenschau» der Dinge zu gelangen, trägt nicht. Phänomenologie öffnet wichtige Räume, sobald sie aber absolute Erkenntnissicherheit beansprucht, droht sie in einen irrationalen Offenbarungsanspruch zu kippen. Genau an dieser Spannung wird sichtbar, warum Husserl bis heute so anregend und so umstritten ist.
Eine Folge über Erkenntnis, Begegnung und die Frage, ob die Welt mehr ist als das, was wir über sie verfügen können. Und zugleich die ideale Vorbereitung auf den nächsten grossen Namen dieser Reihe: Martin Heidegger.

