Sonntag, 17.30-19.00
Millers
Format
Live-Podcast
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Worum es geht
Olivia Röllin kennt man als kluge Stimme aus der SRF-Sendung „Sternstunde Religion“ – eine Moderatorin, die grosse Fragen nicht scheut und es versteht, Glauben, Denken und Gegenwart in einen spannenden Dialog zu bringen. Ob Philosophie, Religion oder Gesellschaft: Sie nimmt ihre Themen ernst, aber nie schwerfällig – und trifft dabei den Nerv der Zeit.
Beim RefLab-Podcastfestival spricht sie in einer Live-Aufnahme mit Host Manuel Schmid im MindMaps-Podcast über ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: Hoffnung – aber eben nicht als romantisch verklärtes Himmelslicht, sondern als komplexe, manchmal widersprüchliche Kraft, die uns antreibt, irritiert oder auch mal im Weg steht.
Olivia Röllin denkt nicht nur gerne um die Ecke – sie nimmt das Publikum gleich mit. Ein Gespräch für alle, die Hoffnung nicht als Flucht, sondern als Zumutung mit Zukunftspotenzial verstehen.
MindMaps ist der Philosophie-Podcast des RefLab: Tiefgründig, aktuell und überraschend – für alle, die Glauben, Denken und Gesellschaft neu verknüpfen wollen.
Host
Manuel Schmid
Gast
Olivia Röllin

In diesem Podcast nehmen Manuel Schmid und Heinzpeter Hempelmann ihre Hörer:innen mit auf eine faszinierende Zeitreise zu den Wurzeln unseres Denkens. Immer wieder werfen sie auch einen spezifisch theologischen Blick auf einflussreiche philosophische Entwürfe. Dabei wird deutlich, wie präsent die Philosophiegeschichte auch im 21. Jahrhundert ist, und wie sehr sie heutige Diskussionen in Politik, Gesellschaft und Religion mitbestimmt.
«mindmaps» fordert dich heraus, mitzudenken, zu widersprechen und den eigenen Horizont zu erweitern!
Mindmaps kehrt in der philosophiegeschichtlichen Reihe zu einem Denker zurück, ohne den sich das Denken des 20. Jahrhunderts kaum verstehen lässt: Edmund Husserl. Manuel und Peter zeichnen nach, warum Husserl einerseits erstaunlich unbekannt geblieben ist und andererseits Spuren hinterlassen hat, die von Heidegger über Levinas bis zu Sprachtheorie, Soziologie und Habermas reichen.
Im Zentrum steht Husserls phänomenologische Methode. Was meint der berühmte Ruf «zu den Sachen selbst»? Das Gespräch zeigt, weshalb Husserl dem Neukantianismus, dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisideal und der klassischen Subjekt-Objekt-Spaltung misstraut. Erkenntnis, so seine Einsicht, entsteht nicht aus reiner Distanz. Wer die Welt erkennen will, ist immer schon in sie verwickelt.
Manuel und Peter arbeiten heraus, warum Husserl das Bewusstsein nicht als blossen Spiegel versteht, sondern als intentional auf Welt bezogen. Sie sprechen über das «Abschichten» von Vorannahmen, über die Hoffnung auf eine wirkliche Begegnung mit der Sache selbst und über die Überzeugung, dass sich Wirklichkeit nicht in Messdaten, Konstruktionen oder Perspektiven erschöpft. Gerade an Beispielen wie Kunst, Naturerfahrung und zwischenmenschlicher Begegnung wird deutlich, was Husserl gegen einen verengten Wissenschaftsbegriff stark machen will.
Zugleich bleibt die Folge nicht bei Sympathie stehen. Peter benennt präzise, wo Husserls Ansatz überzieht: Der Anspruch, am Ende zu einer sicheren «Wesenschau» der Dinge zu gelangen, trägt nicht. Phänomenologie öffnet wichtige Räume, sobald sie aber absolute Erkenntnissicherheit beansprucht, droht sie in einen irrationalen Offenbarungsanspruch zu kippen. Genau an dieser Spannung wird sichtbar, warum Husserl bis heute so anregend und so umstritten ist.
Eine Folge über Erkenntnis, Begegnung und die Frage, ob die Welt mehr ist als das, was wir über sie verfügen können. Und zugleich die ideale Vorbereitung auf den nächsten grossen Namen dieser Reihe: Martin Heidegger.

