Sonntag, 12.30-14.00
Halle
Format
Live-Podcast
Ticket-Info
Kein Ticket nötig: Wer kommt, ist dabei – solange es Platz hat.
Worum es geht
Vollmundige Hoffnung scheint aus der Zeit gepurzelt. Das Klima retten, die Demokratie erneuern oder Frieden und Gerechtigkeit ausbreiten? Enttäuschte Hoffnungen, die in den letzten Jahren platzmachen mussten für Skepsis oder gar Angst. Auch der Kirche traut kaum noch jemand zu, Hoffnung hüten und spenden zu können. Thorsten und Andi fragen nach den Restbeständen der christlichen Zukunftserwartung. Wie halten wir uns den Sinn für die Möglichkeit des Guten wach? Wie kann der Glaube an das Kommen Gottes in postoptimistische Zeiten fallen?
Podcaster
Thorsten Dietz und Andreas Loos

«Geist.Zeit»: Der Titel bringt auf den Punkt, was Theologie spannend macht. Geist zeichnet den Menschen und seine Zeit aus. Gott ist Geist, heisst es zugleich in der Bibel. Theologie ist Rede von Gott. Wenn es um Gott geht, geht es auch um uns. Nach Gott fragen, bedeutet immer auch, nach Selbst- und Welterkenntnis streben. Die Wahrheit des christlichen Glaubens kann jeweils nur in einer bestimmten Zeit ausgesprochen und verstanden werden.
«Geist.Zeit» ist ein neuer Theologiepodcast von Fokus Theologie, der Fachstelle für Erwachsenenbildung der Deutschschweizer Reformierten Kirchen.
Wer beim Thema «Kirche» mitreden will, sollte wenigstens ein paar Basics kennen.
Wer beim Thema «Kirche» mitreden will, sollte wenigstens ein paar Basics kennen. Thorsten und Andi starten aber nicht mit theologischen Basisinformationen, sondern mit einer soziologischen Perspektive von Aussen, die zum Staunen anregt: Wie kam es, dass unter den Religionen nur das Christentum so etwas wie eine Kirche hervorgebracht hat? Und wie erklärt sich die mittlerweile fast 2000 Jahre dauernde Tradition der christlichen Kirche?
Die beiden Podcaster knüpfen an zentrale Ideen des Sozialphilosophen Hans Joas an: Kirche entsteht, damit gemachte religiöse Erfahrungen erinnert, ermöglicht und weitergegeben werden können. Bewahrt wird damit auch das Ethos einer universalistischen Moral und ihre Ideale wie Menschenwürde und Gewaltlosigkeit. Die Institution Kirche ist die soziale Form, in der diese Ideale gepflegt und tradiert werden, auch gegen Widerstand von innen und aussen.
Im zweiten Teil des Podcast geht es um die grossen Unterschiede zwischen den Kirchenfamilien. Andi und Thorsten geben einen gerafften Überblick über das Kirchenverständnis der römisch-katholischen, orthodoxen, der reformatorischen Kirchen und auch der Pfingtskirchen und charismatisch orientierten Freikirchen.
Danach widmen sich die beiden Podcaster den klassischen Eigenschaften von Kirche: Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität. Dabei wird deutlich: Die empirische Kirche hinkt hinter diesen Idealen her. Kirche glaubt nicht nur, sie wird auch geglaubt. Inwiefern ist diese Unterscheidung zwischen sichtbarer und unsichtbarer Kirche hilfreich, ab wann verkommt sie zu einer fragwürdigen Selbstrechtfertigung?
Am Ende stellen Andi und Thorsten fest: Es gibt richtig gute Gründe, neugierig und staunend zu fragen, was Kirche ist. Einseitig progressive oder konservative Haltungen verfehlen den Reichtum der kirchlichen Tradition bzw. ihre Kraft zu immer neuen Veränderungen.
Weiterführende Links
Eine erhellende Zusammenfassung, wie die reformatorischen Kirchen sich selbst verstehen, bietet das Büchlein «Die Kirche Jesu Christi», das von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) im Zuge der Leuenberger Konkordie herausgegeben wurde. Die Kirche Jesu Christi / The Church of Jesus Christ
Hier geht es zur Geist.Zeit-Folge über die Leuenberger Konkordie
Einheit der Christenheit?! 50 Jahre Leuenberger Konkordie | Fokus Theologie

