Samstag, 10.30-12.00
Millers
Format
Live-Podcast
Ticket-Info
Sichere dir hier dein Ticket!
Worum es geht
Schamanismus – für die einen ein Reizwort, für andere Sinnbild von Trommeln im Morgengrauen und Ankommen im Hier und Jetzt. Im Podcastgespräch mit dem Schweizer Bestsellerautor, Jesuitenpater und Zen-Meister Niklaus Brantschen stehen die Fragen im Zentrum: Was ist eigentlich Schamanismus? Warum erleben schamanische Praktiken auch im Westen einen Boom? Und lassen sie sich mit christlicher Lebensweise verbinden – oder schliesst sich das aus?
Brantschen, der mit über 80 Jahren ein neues Buch zu diesem Thema veröffentlicht hat – «Du bist die Welt. Schamanischer Weisheit auf der Spur» – nähert sich dem Phänomen offen und vorurteilslos. Inspiriert von seiner Nichte, die er augenzwinkernd als «Kräuterhexe» bezeichnet, begibt er sich auf eine persönliche Spurensuche und wagt sich damit weit aus seiner Komfortzone heraus. Wie schon mit seinem Bestseller «Gottlos beten» eröffnet er neue Perspektiven auf alte spirituelle Fragen.
Sein Fazit: Die Spur schamanischer Weisheit führt nicht nur ins Herz der Natur, sondern auch zu den Urquellen der Spiritualität – und zeigt, dass Grenzen zwischen spirituellen Traditionen durchlässiger sind, als viele denken.
Statt einer Lesung gibt’s ein Live-Gespräch im Rahmen des Podcasts «TheoLounge».
Podcasterin
Johanna Di Blasi

Host: Johanna Di Blasi.
Ich spreche mit meinen Gästen darüber, wie wir in der digitalen Gegenwart spirituell leben können – zeitgemäss, Offline wie auch Online.
Ein Tsunami kündigt sich an, indem sich erst einmal das Meer zurückzieht, um dann umso heftiger die Ufer zu überspülen. Künstliche Intelligenz ist wie eine mächtige Tsunamiwelle, deren Wucht immer spürbarer wird – ohne dass die vollen Ausmasse bereits bekannt wären.
Die Fundamente unserer Bildungskultur, die Erziehung zum Benutzen des eigenen Verstandes, aber auch religiöse Traditionen drohen unterspült zu werden.
Gleichzeitig bergen gerade die humanistische Kultur und die spirituellen und religiösen Traditionen Mittel der Resilienz.
Benutze deinen eigenen Verstand!
Für Pfingstmontag hat Papst Leo XIV. eine Enzyklika angekündigt. Der Titel «Magnifica humanitas» appelliert explizit an die Humanität. Es geht in dem Lehrschreiben um die «Bewahrung des Menschen im Zeitalter Künstlicher Intelligenz». In Zürich wird bereits seit mehreren Jahren einschlägige Grundlagenforschung betrieben: im interdisziplinären Forschungsschwerpunkt «Digital Religion(s)»; ein in dieser Form einzigartiges Projekt im deutschsprachigen Raum.
Im Podcastgespräch geben Professor Thomas Schlag und die Doktoratsstudentin Sina Horner exklusiv Einblicke in eine aktuelle Studie zur Nutzung von künstlicher Intelligenz für persönliche Lebensfragen. Befragt wurden rund 500 junge Erwachsene in der Schweiz.
Einbrüche religiöser Zugehörigkeit
Die Ergebnisse der Pilotstudie bestätigen: KI wird immer stärker nicht nur als Werkzeug, sondern als Gesprächspartner und Lebensratgeber genutzt. Existenzielle Fragen spielen auch im KI-Zeitalter eine grosse Rolle. Die Verankerung in traditionellen christlichen Kirchen und Milieus aber erfährt bei Jüngeren regelrechte Einbrüche. Thomas Schlag und Sina Horner erzählen, was sie überrascht hat – und was die aktuellen Verschiebungen für Kirche, Seelsorge und unsere Vorstellung von Menschlichkeit bedeuten könnten.
Die Züricher Studie stimm nachdenklich. Die Forscher:innen appellieren, die Bedürfnisse heutiger Menschen ernst zu nehmen und Personen, die bei KI Hilfe suchen, nicht vorschnell zu verurteilen. Gleichzeitig gelte es, kritisches Bewusstsein und Resilienz zu stärken. In diese Richtung zielt auch die päpstliche Enzykika:
«Wir müssen die Gabe der Kommunikation als tiefste Wahrheit des Menschen bewahren, an der sich auch jede technologische Neuerung orientieren muss.»
Das päpstliche Schreiben warnt vor erheblichen Risiken KI-gesteuerter Inhalte, menschenähnlichen ChatBots, gewinnorientierter algorithmischer Inhaltssteuerung und drohender Erosion des Denkvermögens durch einseitige Informationen.
Triloge «Im Spiegel der KI»
Die Podcastepisode ist Teil drei der Trilogie «Im Spiegel der KI»: Im ersten Teil klärt der Deep-Learning-Researcher Simon Baur (Fraunhofer Gesellschaft) über Realität und Mythen von ChatGPT & Co. auf. Er erläutert auch, wo die Grenzen der Sprachmodelle liegen. Im zweiten Teil spricht Johanna Di Blasi mit Jonas Simmerlein, der mit ChatGPT-Gottesdiensten international bekannt wurde. Im Podcastgespräch erklärt der Theologe und Phänomenologe, weshalb echte Begegnung mehr braucht als einen guten Output.

